Market research

Wie teuer ist eigentlich eine Webseite oder ein Onlineshop? Diese Frage höre ich sehr oft und auf dieser Seite möchte ich einige Punkte zur Kalkulation von Web-Projekten aufzeigen. Grundsätzlich gibt es nicht den einen genauen Preis. Eine Vielzahl von Punkten aber auch einige wirklich grundlegende Dinge müssen beachtet und einkalkuliert werden. Alle folgend genannten Dinge sind nicht nur wichtig für die Kalkulation sondern auch den Erfolg des Web-Projektes. Im besten Fall erreichen Sie mehr als gedacht. Betreiben Sie nicht ausreichend Aufwand besteht fast immer die Gefahr, dass alle Mühe vergebens war und Sie ein Dasein im Schatten Ihrer Konkurrenz fristen.

Eine Webseite wirbt für Sie und Ihr Angebot rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und weltweit. Im besten Fall natürlich genau so ehrgeizig und überzeugend wie Sie selbst. Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten Menschen dafür bezahlen. Da käme ganz schön was zusammen. Kurzum erspart Ihnen die Webseite sehr viel personellen Werbeaufwand und damit viel Geld. Zunächst folgen einige grundlegende Anforderungen, danach geht es um die Einzelheiten.

Grundlegende Anforderungen

Wertigkeit

Nur eine hochwertige, professionelle und somit wertige Webseite bringt Ihre Produkte perfekt und ausreichend zur Geltung. Eine dementsprechende Umsetzung ist absolute Pflicht. Somit fällt auch schon der 0815-Baukasten und die “Ich kenne einen der kann das schon”- Webseite raus. Oder haben Sie schon jemals eine Webseite entdeckt, die auf diesem Wege erfolgreich geworden ist? Keine halben Sachen! Hätten Sie ein Ladengeschäft, würden Sie Ihre Produkten und Dienstleistungen ja auch nicht aus einem Holzverschlag heraus verkaufen, nur weil das billiger ist. Gäbe es einen einfachen und günstigen Weg auf schnellen Erfolg, würde es jeder so machen und wir wären alle reich.

Konkurrenz

Im Internet ist Vieles möglich, was “Offline” undenkbar wäre. Man kann mit wenig Aufwand Unternehmen gründen und seine Angebote schnell online stellen. Und das passiert auch in unvorstellbarem Umfang. Jeden Tag gibt es abertausende neue Webseiten und der Großteil davon möchte uns etwas verkaufen. Um ansatzweise wahrgenommen zu werden, müssen wir grundsätzlich besser als ein Großteil unserer Konkurrenz sein. Je nach Branche ist das für einen professionellen Dienstleister auch relativ einfach. Dann bleibt noch die Konkurrenz, die sich am Markt bereits etabliert hat und uns einige Schritte voraus ist. Diese gilt es einzuholen. Erst dann kommen wir in einen Bereich, der uns Erfolg versprechen kann.

Potenzial

Welche Ziele möchte ich erreichen? Passt mein Budget realistisch dazu? Diese Fragen sollten unbedingt geklärt werden. Oft hilft es ein Minimum festzulegen, ab welchem sich die Aufwände lohnen. Dieses Minimum sollte ehrlich gesetzt sein und eine Marke darstellen die nicht unterschritten werden darf. Es sollte eine Grenze sein, bei der man mit guten Gewissen von nachhaltigem Erfolg sprechen kann, dies sollte immer das Mindeste sein. Folgende Fragen sind zu klären:

  1. Was ist das Ziel, dass ich mindestens erreichen muss?
    Das ist der Punkt ab dem ich von Erfolg sprechen kann.
  2. Welchen einmaligen und wiederkehrenden finanziellen Aufwand benötige ich?
    Was kostet meine Webseite einmalig und was stätige Werbung?
  3. Wie groß sind meine Gewinne?
    Kann ich mir einen finanziellen Puffer anlegen?
  4. Wie kann und sollte ich meinen Lebensstandard anpassen?
    Erfolg ist nie dauerhaft, es gibt immer auch Tiefen.
  5. Was für einen Stundenlohn sollte ich effektiv haben?
    Rechnen Sie Ihre Gewinne durch Ihren GESAMTEN Aufwand. Alles unter 20 € je Stunde macht langfristig keinen Sinn!

Teilen Sie Ihrem potenziellen Dienstleister diese Ziele möglichst genau mit. Nennen Sie Beispielseiten, die Ihnen gefallen und alle wichtigen Informationen zu Ihrem Angebot und der damit verbundenen Branche.

Branche

In den meisten Branchen, wie zum Beispiel im Einzelhandel oder Dienstleistungsgewerbe gibt es ausreichend Nachfrage und somit auch viele Anbieter. Dort ist es möglich, sich ohne weiteres neben bestehenden Anbietern erfolgreich zu positionieren. In manchen Branchen ist dies aber nicht so einfach. Gerade dann wenn die Nachfrage gering und/oder sehr speziell ist, wird man mit wenigen aber oft sehr mächtigen Konkurrenten konfrontiert. Dies ist allgemein in der Industrie oder der Informationstechnologie der Fall. Gewisse Branchen setzen auch bestimmte Anforderungen voraus, die Einfluss auf das Budget haben können.

Realität

Wichtig ist es, die Kosten auch realistisch einzuschätzen. Folgendes Beispiel: Jemand möchte einen Webshop eröffnen und maximal Summe X für die Erstellung ausgeben. Fragt man denjenigen nach dem angestrebten monatlichen Gewinn, so trifft man nicht selten auf Vorstellungen, bei denen der Gewinn ebenso hoch oder ein Vielfaches davon ist. Im Grunde hätte sich der Shop dann in einem Monat oder weniger amortisiert. Ein wirtschaftliches Wunder. Dies ist sicher möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr gering. Trotzdem scheint diese Vorstellung allgemein vertreten zu sein. In den Medien hört man immer wieder von solch tollen Erfolgsgeschichten. Diesen stehen jedoch Millionen “normaler” ungenannter (Erfolgs-)Geschichten gegenüber.

Es heißt also realistisch bleiben und den Bezug zur Wirklichkeit bewahren. Beispiel abseits des Onlinebereiches: Man eröffnet ein Ladengeschäft und investiert nicht selten einige 100.000 €. Ist hier eine Amortisierung innerhalb von einem Monat denkbar? Natürlich nicht. Hier geht man im absoluten Idealfall von 5 Jahren aus, meist jedoch wesentlich länger.

Warum besteht überhaupt dieses extreme Denken über die Erfolgsmöglichkeiten im Internet? Es gibt einige Gründe dafür:

  • Die Medien vermitteln oft den Eindruck vom “schnellen Geld” im Onlinegeschäft. Extreme Beispiele gibt es ständig aber meist vergisst man, dass es diese Beispiele auch im “Offline-Bereich” gibt. Dort ist es dadurch jedoch auch nicht einfacher.
  • Online stellt man schneller etwas “auf die Beine”. Ein Shop oder eine Webseite ist zur Not in ein paar Tagen errichtet. Das Web eignet sich somit viel besser, etwas kurzfristig ohne viel Risiko zu testen.
  • Misserfolge sind durch geringeren Aufwand meist finanziell weniger tragisch und bleiben oft ungenannt.

Viele Startups scheitern gerade an diesem übermäßigen Optimismus. Mit mehr Planung und Aufwand – nicht nur in finanzieller Hinsicht – kann man von Beginn an viele Ansichten überdenken, Hindernisse aufzeigen, Fehler verhindern und sich den gewünschten Erfolg sichern.

Kostenfaktoren

Technisches

Es gibt eine Vielzahl von Eckpunkte, die maßgeblich für die Kosten einer Webseite aber auch deren Erfolg sind. Hier sind einige Eckpunkte:

  • Unternehmensgröße
  • Betreiber der Webseite
  • Knowhow des Betreibers
  • Anforderungen Design
  • Pflege des Inhaltes
  • Mehrsprachigkeit
  • Onlineshop
  • CMS/Redaktionssystem
  • Suchfunktion
  • Kontaktformulare
  • Blog
  • Moderne Technologien
  • Hosting / Webspace / URL
  • Konfiguratoren
  • Übernahme von Datenbeständen
  • Abfrage von Informationen
  • Schnittstellen
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Responsive Webdesign
  • Wiki / Doku / FAQ
  • Automatisierung
  • Bezahlsysteme
  • Spezielle Funktionen
  • Marketing
  • Soziale Medien
  • Branche
  • Konkurrenz
  • Ziele
  • Alleinstellungsmerkmal
  • Geografische Ausrichtung
  • Rechtliches
  • Zielgruppe
  • Medien / Animationen
  • Besondere Anforderungen
  • Textarbeit
  • Lizenzen
  • Rechtesystem

Dienstleister

So finden Sie den richtigen Profi. Grundsätzlich sollte sich der Dienstleister absolut mit der Materie auskennen und einige Jahre Berufserfahrung mit sich bringen. Lassen Sie sich Referenzen zeigen und davon überzeugen, welche Arbeiten durchgeführt wurden. Nicht selten werden Referenzen genannt, bei denen nur eine kleine Teilaufgabe, nur das Design oder nur eine Programmierung durchgeführt wurde. Sollten Sie mit einer Agentur arbeiten, bringen Sie in Erfahrung, wie geschult die Mitarbeiter sind. Hier arbeiten sehr oft Auszubildende oder Studierte, die noch nicht ausreichend Berufserfahrung haben. Oft sind Sie dann bei einem selbständigen Webdesigner oder einer Agentur mit professionellen Mitarbeitern am besten aufgehoben. Einige wichtige Punkte:

  • Wer führt die Dienstleistung aus? Wie viel Erfahrung hat die Person?
  • Werden Aufgaben an Dritte weitergegeben?
  • Lassen Sie sich Referenzen zeigen.
  • Lassen Sie sich Kunden nennen mit denen Sie sprechen können.

Stundensatz

Kurz und knapp, wie hoch der Stundensatz ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, was am Ende dabei rauskommt. Ich habe es selbst erlebt, dass Dienstleister für eine Aufgabe 19 € Stundensatz anboten und als Umfang weit über 100 Stunden angaben, wo Andere einen Stundensatz von 80 € hatten und die Aufgabe war in 2 Stunden getan. Kein Witz! Gerade in der Web-Programmierung ist das häufig so. Lassen Sie sich ein Angebot anfertigen mit einer Auflistung aller Punkte, die umgesetzt werden sollen und was der Dienstleister dafür berechnet. Orientieren Sie sich wenn überhaupt, an hohen Stundensätzen und fallen Sie nicht auf Lockangebote rein. Ein Stundensatz unter 50 € netto ist äußerst selten, üblich sind 70 bis über 100 €, je nach Aufgabenbereich. Beachten Sie auch, dass ein routinierter Dienstleister in kurzer Zeit sehr viel mehr schafft als einer, der kein spezielles Knowhow besitzt.

Bezahlung

Sie werden selten einen Dienstleister finden, der vorab nicht zumindest einen Teil des Budgets veranschlagt. Das ist normal, denn alles Andere ist wirtschaftlich nicht tragbar. Kaum ein Dienstleister kann es sich erlauben, Arbeiten ohne Anzahlung zu vollenden und dann auf die Bezahlung warten und hoffen zu müssen. Seien Sie also versichert, eine Anzahlung ist absolut normal und bei ausreichender Dokumentation der Arbeiten sind Sie auch immer auf der rechtlich sicheren Seite.

Fazit

Was eine Webseite kostet, hängt von vielen grundsätzlichen Faktoren aber auch ganz speziellen Anforderungen ab. Sollten Sie Angebote einholen, befassen Sie sich sehr eng mit all diesen Punkten. Meist ist es ratsam, einen Dritten mit der Klärung des Budgets zu beauftragen. Gewisse technische Dinge sollten unbedingt vorhanden sein. Dazu zählt ein CMS mit dem Sie die Webseite selbst pflegen können, eine grundlegende Suchmaschinen-Optimierung und natürlich ein individuelles Design. Auch sollte die Webseite unbedingt responsive sein. Solch eine professionelle Webseite mit allen nötigen Funktionen kostet für kleine Unternehmen ab 3.000 €, bei größeren Unternehmen ist der Kostenpunkt fast immer fünfstellig.

 

Über Peter

Ich bin seit 2008 selbständiger Web-Entwickler und Inhaber von Design-Insel.de. Ich versorge meine Kunden mit anspruchsvollen und erfolgsorientierten Weblösungen. Dazu zählen mittelständische aber auch größere Unternehmen wie T-Systems und Zalando.

7 Kommentare

  • Frank sagt:

    Ich denke auch dass viele sich gar nicht über den Wert bewusst sind und das Ganze falsch angehen bzw. einfach viel zu wenig Budget einplanen und sich damit selbst einen Strich durch die Rechnung machen.

  • Ronny M. sagt:

    Wenig Planung – Zu wenig Budget. Was bleibt ist das so genannte Lehrgeld ;-)

  • Mirko sagt:

    Schon bemerkenswert, die Herangehensweise einiger.

  • Franz sagt:

    Den Satz
    “Meist haben Privatpersohnen und kleine mittelständige Unternehmen viel geringere Anforderungen, da auch einen kleineren Kundenkreis, meist aber auch überraschend Hohe, ebenso wie größere Firmen.”
    solltest Du nochmal lesen und korrigieren (Sinn und Rechtschreibung).

    Sonst ein super Artikel!

  • Guten Tag. Ich finde es richtig, wenn sich Webdesigner zu Beginn des Projekts über das Budget ebenso Gedanken machen wie über die inhaltliche Umsetzung. Das Budget ist schlussendlich das Ergebnis der Formulierung der Online Strategie. Viele fragen sich, was denn angemessen ist. Da hilft jeweils auch eine Marktrundschau und für diese empfehle ich unsere Webprojekt Plattform. Die erhebt breit und unabhängig Webprojekt und bewertet sie. Viele Grüsse.

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