Home Office – Zuhause Selbständig werden

Von 2. Februar 2012 Selbstständigkeit 2 Kommentare

Die Arbeit in einem Home Office – also von Zuhause aus – ist für viele eine tolle Angelegenheit. Man erspart sich den Weg zur Arbeit, hat Ruhe vor Kollegen und bestimmt selbst über sein kleines Reich der Arbeit. Wie Sie Ihren Arbeitsplatz Zuhause bestmöglich optimieren und was es Alles zu bedenken gibt, lesen Sie in diesem Beitrag. Zusätzlich füge ich noch meine eigenen Erfahrungen an. Später folgen weitere Tipps.

1. Ordnung und Regelmäßigkeit

Der Vorteil im eigenen Büro selbst für Ordnung und Arbeitszeiten verantwortlich zu sein ist eine tolle Sache, bringt aber auch Probleme mit sich. Es gilt den inneren Schweinehund zu überwinden. Oft wird doch Einiges liegen gelassen und an Arbeitszeiten muss man sich nicht unbedingt halten, es merkt ja keiner. Meist herscht dann schnell Chaos und die eigentliche Arbeit gerät in den Hintergrund.

Ich habe für mich selbst bemerkt, dass ein aufgeräumtes, ordentliches Büro und ein abgestimmter Beginn der Arbeiten (das Ende ist meist nicht vorhersebar) zwei ganz wichtige Aspekte sind, welche mich selbst sehr zum Arbeiten animieren. Ein Büro sollte immer wie ein solches aussehen und weniger wie eine gemütliche Rückzugsmöglichkeit. Ist das Arbeitsumfeld sauber und von Allem befreit, was nicht mit Arbeit zu tun hat, kann man sich umso besser konzentrieren. Für mich sehr wichtig, ich lasse mich allzugern Ablenken :-)

2. Mein Büro ist meine Arbeit

Wohnen noch weitere Personen im Haushalt, kann dies problematisch sein. Ob Kinder die stören oder Partner die mal eben Hilfe benötigen. Versuchen Sie in jedem Fall die Wichtigkeit Ihrer Arbeit im Büro Zuhause zu vermitteln und dass auch hier strikte Arbeitszeiten und viel Konzentration nötig ist. Leider wird dies von Außenstehenden meist total unterschätz, ganz nach dem Motto “Sie/Er ist ja eh Zuhause, da geht das”. Oft wird man so aus dem Arbeitsrytmus gerissen. Wieder hinein zu finden fällt nicht selten schwer.

Im Idealfall besitzt Ihr Büro einen separaten Eingang. Dies ist leider nicht immer möglich, dennoch kann man sich arangieren. Beginnen Sie so früh wie möglich, alle Beteiligten im Haushalt über Ihre Lage auzuklären. Vermitteln Sie, warum Konzentration wichtig ist und wie die Beteiligten Sie unterstützen können. Immerhin hängt dies mit Ihrerer Arbeitszeit zusammen. Wer sich nicht konzentrieren kann, muss zwangläufig länger arbeiten oder macht Abstriche bei den Erfolgen. Dies ist sicher nicht im Interesse der Mitbewohner.

3. Feste Arbeitszeiten

In Punkt 1 hatte ich feste Arbeitszeiten bereits angesprochen. Wichtig ist, klar einzuplanen, wann man Arbeitet und wann nicht. Ich habe zu Beginn meiner selbständigen Tätigkeit versucht, meine Arbeit überall mit hin zu nehmen. Immer dann wo Zeit war habe ich entweder direkt gearbeitet, unterwegs E-Mails und dergleichen gecheckt oder mich weitergebildet. Das geht zu Beginn noch gut, ist evtl. auch nötig aber mit der Zeit wird es anstrengend und stressig.

Nimmt man die Arbeit überall mit, so sind auch dazu gehörigen Probleme allgegenwärtig. Man kann nicht mehr Abschalten und der gesammte Tagesablauf dreht sich nur um die Arbeit. Die Folgen kommen meist schnell, unerwartet und drastisch: Depression und Burn-Out! Es ist unheimlich wichtig, klar zu definieren, wann man nicht arbeitet. In dieser Zeit sollte sich nichts um die Arbeit drehen und man sollte auch nicht für Kunden erreichbar sein. Legen Sie also eine konsequente Work-Live-Balance fest. Ihre Gesundheit und die Menschen um Sie herum werden es Ihnen danken.

Ein Beginn der Arbeitszeiten ist leicht gesetzt, ein Ende meist aber durch viel Arbeit und Stress ziemlich schwierig. Meist kommt noch etwas dazwischen und sowieso muss immer alles schon Gestern fertig sein :-) Der Trick: Setzen Sie das Ende Ihrer Arbeitszeit viel früher an als geplant. Arbeiten Sie zum Beispiel von 8 bis 18 Uhr, fixieren Sie Ihre Planung auf die Beendigung aller Arbeiten bis 16 Uhr. Somit schaffen Sie sich ausreichend Puffer für zusätzliche Aufgaben oder Arbeiten die mehr Zeit benötigen. Sollten Sie 16 Uhr alles geschafft haben, dann nehmen Sie sich den Luxus, auch dann frei zu haben. Somit ersparen Sie sich viel Stress und Fehler in der Planung von Projekten. Unterm Strich verspricht solch eine Methode mehr Erfolg bei weniger Stress. Probieren Sie es mal aus.

Mein Arbeitstag beginnt bereits um 6 Uhr morgens. Unter Programmierern eher unüblich aber meiner Meinung nach leiste ich gerade Vormittags am meisten und habe Mittags, also 6 Stunden später, schon eine Menge geschafft. Allein das ist ein tolles Gefühl. 16 Uhr ist das angepeilte Ende meiner Arbeit (Puffer bis 18 Uhr). Nicht selten brauche ich den Puffer.

4. Die Austattung

Ein sehr wichtiger Tipp: Sparen Sie nie an der Ausstattung Ihres Arbeitszimmers! Hier erbringen Sie Ihre Leistung und hier befinden Sie sich die meiste Zeit am Tag. Ob Büromöbel oder technische Austattung. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.

Das sollte üblicherweiße vorhanden sein:

  • Bürostuhl mit angenehmer aber auch gesunder Sitzposition
  • Ein großer Schreibtisch – auf diesem sollte sich nur das Übliche befinden, bitte nicht als Ablage missbrauchen. Monitor, Tastatur, Maus, Lautsprecher, Lampe, Telefon und Schreibutensilien reichen üblicherweise aus
  • Anregende aber nicht stressende Wandbemalung – ein sehr wichtiger Punkt. Hier sollte man sich wenigstens etwas zum Thema “Farben und Ihre Wirkung” erkundigen.
  • Ausreichend Beleuchtung, lieber zuviel als zuwenig. Das regt den Körper an.
  • Ausreichend  und geordnete Ablagemöglichkeiten –  am besten Schränke statt offene Regale
  • Drucker, Scanner, Kopierer und Fax am besten in einem Gerät und schnell griffbereit

Ich selbst bin, wenn man es auf eine Bezeichnung bringt, Web-Allrounder Web-Programmierer. Viel brauche ich dazu nicht im Vergleich zu anderen Berufen aber das was ich brauche, sollte mir die Arbeit bestmöglich erleichtern. 2 große Bildschirme mit guter Bildqualität (links Programierung, rechts die Web-Ansicht im Browser), ein leistungsstarker PC, evtl. ein stationärer Server zum Testen und eine gute Internetanbindung sind für mich unverzichtbar. Neben allerlei Software war es das schon. Sicher, in der Anschaffung teuer aber der ersparte Stress und der verbesserte Arbeitsfluss sind für mich unbezahlbar.

Aber auch mit kleinen Dingen, kann man sich die Arbeit gut erleichtern. Eine ordentliche PC Maus ohne Kabel und toller Ergonomie gibt es schon für wenig Geld. Wer mag mit zusätzlich bedienbaren Tasten. Ich selbst finde auch Tastaturen wichtig, bei denen die Tasten leicht und nicht all zu tief einzudrücken sind. Das erleichtert wesentlich das Gleiten der Finger von Taste zu Taste und somit das schnelle Schreiben. Auch hier muss es nicht teuer sein, bei mir leistet eine Saitek Ultra Slim Compact Tastatur weißerfolgreich Ihren Dienst und das für unter 12 €. Die Maus ist eine Logitech MX und mit ca. 65 € etwas teurer, da setze ich seit jeher auf Markenware von Logitech aber das ist Geschmacksache. Man kann für Tastatur und Maus aber gut und gerne auch einige hundert Euro ausgeben. Dies ist aber jedem selbst überlassen.

5. Möglichkeiten für Notizen

Manchmal ist es nötig, Gedanken zu Papier zu bringen um zum Beipiel Mindmaps zu erstellen oder einfach nur Einfälle niederzuschreiben. Ob nun ein Block oder gleich eine Tafel, irgendwo sollte Platz sein, wo man Informationen aller Art schnell und einfach niederschreiben kann. Oft hilft auch eine App für’s Smartphone.

6. Freiraum für Gedanken

Versuchen Sie, Ihr Büro nicht allzu sehr zu überfrachten. Lassen Sie Freiräume. So wirkt Ihr Büro gleich etwas größer, ordentlicher und Ihre Gedanken können sich besser entfalten. Ein zugestellte Büro wirkt oft beengend auf Körper und Geist.

7. Die richtige Software

Ohne hier eine schier unendliche Anzahl von Software nach Sinnhaftigkeit zu ordnen, möchte ich nur kurz auf das Thema eingehen. Auch deshalb, weil jeder Beruf spezielle Software benötigt. Wichtig ist, sich ständig auf dem Laufenden zu halten. Ob Open Source oder kostenpflichtig, im Idealfall nimmt Ihnen die passende Software viel Arbeit ab und spart somit Zeit, Stress, Fehler und Geld. Probieren und investieren lohnt sich.

Weitere Tipps?

Haben Sie weitere Tipps zum Thema? Dann einfach als Kommentar schreiben! :-)

Über Peter

Ich bin seit 2008 selbständiger Web-Entwickler und Inhaber von Design-Insel.de. Ich versorge meine Kunden mit anspruchsvollen und erfolgsorientierten Weblösungen. Dazu zählen mittelständische aber auch größere Unternehmen wie T-Systems und Zalando.

2 Kommentare

  • Holger Rohde sagt:

    Ein sehr guter Artikel, den ich noch um einen Punkt ergänzen möchte: Geräuscharme oder gar Lüfterlose PC´s und Notebooks sind im Home-Office viel wichtiger als im normalen Büro. Dort besteht oft ein gewisser Grundgeräuschpegel durch Kollegen oder die Umgebung, wo surrende Festplatten und rauschende Lüfter kaum mehr auffallen. Wer sich aber ein ruhiges Heimbüro eingerichtet hat, kann nun quasi die Stecknadel fallen hören. Lärmende Lüfter zermürben dann auf Dauer jegliche Konzentration.

Hinterlasse eine Antwort